Das pädagogische Konzept

 

Projektarbeit


Zeit haben, Eindrücke zu gewinnen

Die Kinder lernen bei uns spielend, in dem sie sich mit unterschiedlichen Projekten befassen.

Nur ein Beispiel: Die Farbe „Blau“.
Dazu gibt es 1000 Fragen und Antworten! Was ist alles blau? Wie entsteht blau? Wo wächst blaues Obst oder Gemüse? Warum sieht der Himmel blau aus? Wie entstehen Wolken?

„Blau“ wird auf diese Weise für Kleine und Große interessant, erlebbar, begreifbar und nebenbei ergibt sich jede Menge Input. Es entwickeln sich Neugier, Beobachtungsgabe und  Vorstellungskraft.  Die Kinder reden über ihre Erfahrungen, Entdeckungen und Erlebnisse und haben damit jede Menge Stoff, ihren Wortschatz und ihre sprachlichen Fähigkeiten zu erweitern. Sie werden auch motiviert, ihre Erlebnisse künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Beim Malen und Gestalten, beim Musizieren und Tanzen schulen sie ihre Phantasie und ihre motorischen und feinmotorischen Fähigkeiten. Ganz spielerisch lernen sie mit Mengen umzugehen und zu differenzieren.
Dies ließe sich beliebig fortführen. Meist entstehen aus einem Projekt heraus die nächsten. In diesem Fall vielleicht Himmel oder Wasser?

Kinder erfahren ganz praktisch wie die Welt funktioniert und  erwerben „nebenbei“ Kompetenzen in allen Bildungsbereichen.

Kinder haben das natürliche Bedürfnis, ihre Welt zu begreifen. Sie sind von Natur aus neugierig. Das macht sie zu Akteuren ihrer Entwicklung. Wir wollen ihre Neugier erhalten und anspornen, Bedingungen schaffen, damit sie ihren Neigungen und Bedürfnissen Ausdruck verleihen können, ihre Interessen verfolgen können. Eine Bedingung ist, das Kind mit seinen Besonderheiten und Stärken zu sehen und anzuerkennen. Andere Bedingungen sind Räume und Orte, an denen Kinder das vorfinden, was sie interessiert und was sie brauchen. Wir sind offen für die Themen der Kinder.

Die Ergebnisse von Wissenschaft und Forschung im Hinblick auf eine einfühlsame, unterstützende und wertschätzende Vorschulpädagogik sind Bestandteil und Grundlage unserer Arbeit und Basis für die Grundsätze der elementaren Bildung in den Einrichtungen der Kindertagesbetreuung des Landes Brandenburg.

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Diese Grundsätze beinhalten 6 Bildungsbereiche:

 

  1. Körper, Bewegung und Gesundheit
  2. Sprache, Kommunikation und Schriftkultur
  3. Musik
  4. Darstellen und Gestalten
  5. Mathematik und Naturwissenschaft
  6. Soziales Leben

 

Unsere Zielsetzung besteht darin, die Kinder beim Erwerb von Kompetenzen auf diesen Gebieten zu unterstützen. Die Bildungsbereiche sehen wir nicht als von einander getrennt. Wie schon am Beispiel der Projektarbeit beschrieben, greifen sie ineinander und bedingen sich gegenseitig.

Die meisten Fähigkeiten erwerben Kinder im ganz normalen Alltag.
Allein bei der Vorbereitung und  der Einnahme der  Mahlzeiten ergeben sich unzählige Möglichkeiten des Lernens: Wie viele Teller, Tassen und Löffel brauchen wir. Wer bekommt einen großen, wer einen kleinen Löffel. Nur rote Erdbeeren sind süß. Es gibt viel und wenig. Mit Flüssigkeiten muss man vorsichtig umgehen, wenn man verschiedene Flüssigkeiten verrührt gibt es Muster, Flüssigkeiten lassen sich gut mischen...


Lehmhütten bauen und konstruieren

Genauso unerschöpflich sind die Lernmöglichkeiten beim Einkaufen beim Mitmachen im Haushalt, Garten und Kita. Tätigsein ist ein wichtiger Lernprozess bei Kindern im Vorschulalter. Tätigsein ist eine Grundvoraussetzung für den Spracherwerb der Kinder.  Auch Beobachten und Betrachten ist Tätigsein. Worüber sollen Kinder reden, wenn nicht über Dinge, die sie durch ihre Tätigkeit entdeckt haben?

Der Mensch behält von dem  
- was er hört 20 %
- was er sieht 30 %
- was er hört und sieht 50 %
- was er nacherzählt 60 %
- was er selbst tut
75 % !

 


Lehmhütten bauen und konstruieren

Neben der Beschäftigung mit den beschriebenen Projekten gibt es feste Tage, an denen die einzelnen Gruppen den Sportraum und die Sauna nutzen.

Ein besonderes Augenmerk wird innerhalb und außerhalb der Projekte auf frühmusikalische Angebote und künstlerische Ausdruckmöglichkeiten gelegt.
Gerade künstlerische und musikalische Tätigkeiten befördern das Vorstellungs- und Konzentrations-vermögen der Kinder. Die Auseinandersetzung mit Kunst und Musik begünstigt auch in besonderer Weise das Sprach- und Denkvermögen eines Kindes.

 


Theater spielen

Wir lesen eine Schatzkarte im Wald

 

Noch ein Beispiel, um das Zusammenspiel der Bildungsbereiche zu verdeutlichen. Das Waldprojekt: Kinder, Erzieher und Eltern planen gemeinsam die Fahrt, die Übernachtung, was brauchen wir im Wald …
Beim Spurensuchen, Kartenlesen, Wege finden sind die Kinder hochkonzentriert, lernen Einzelheiten im Zusammenhang zu sehen, Lösungen zu finden. Eine Karte lesen zu können, erfordert die Fähigkeit Abstraktes in Reales umzusetzen, Entfernungen einzuschätzen, Symbolhaftes wieder zuerkennen, sich untereinander zu verständigen u.v.a. Klettern und über Baumstämme zu balancieren erfordert Mut und Geschicklichkeit. Mit Naturmaterialien können Musikinstrumente gebaut werden. Damit lässt es sich ebenso gut musizieren, wie mit konventionellen Instrumenten. Die Erlebnisse können künstlerisch zum Ausdruck gebracht werden durch malen, zeichnen, gestalten oder erzählen von Waldgeschichten. Jeder Bildungsbereich wurde bei diesem bzw. auch bei anderen Projekten angesprochen. Die Kinder schulen ihre Fähigkeiten und Kompetenzen auf den Gebieten: Kommunikation, Bewegung und Gesundheit, Naturwissenschaften und Mathematik, Musik und Kunst und sie lernen miteinander umzugehen. Alles Voraussetzungen für das erfolgreiche Lernen in der Schule.

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Altersmischung

Sie fragen sich vielleicht, ob altersgemischte Gruppen gut für ihr Kind sind?

Was bei den Naturvölkern noch gang und gäbe war, das Lernen in einer Gemeinschaft, die sehr unterschiedlich strukturiert war, ist heute die Ausnahme. Wenn auch die Gesellschaft heute andere Anforderungen stellt, Basiskompetenzen, wie unten genannt, waren damals wie heute wichtig für eine gesunde Entwicklung und für das Leben mit anderen.  
Die neueren Ergebnisse der Hirnforschung (z. B. Hüther: Was Kinder brauchen – neue Erkenntnisse aus der Hirnforschung) bestätigen u. a. unsere 20jährigen Erfahrungen mit der Altersmischung.


Wie die Orgelpfeifen...

Grundlage für das Lernen und damit für die Entwicklung stabiler neuronaler Verbindungen im Gehirn sind neben einer sicheren, strukturierten und anregenden Umgebung tiefe emotionale und soziale Beziehungen zu anderen Menschen und vielfältige Erfahrungen, die Kinder selbst machen können. Kinder, die in eine altersgemischte Gruppe aufgenommen werden, finden diese Beziehungen und Anregungen nicht nur bei einer erwachsenen Person, z. B. der Erzieherin, sondern auch bei den älteren Kindern ihrer Gruppe. Die Eingewöhnung fällt ihnen bedeutend leichter, sie lernen, in dem sie gesehenes imitieren, sie fühlen sich wohl und geborgen in einer familiären Atmosphäre. Wenn sie älter werden, haben sie in der Regel einen deutlichen Vorsprung in ihrer Selbstsicherheit und in ihren sozialen und emotionalen Kompetenzen entwickelt. Ihr kognitives Wissen festigen sie, in dem sie es an die nun jüngeren Kindern weiter geben. Sie sind in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Insgesamt Basiskompetenzen und wichtige Voraussetzungen für einen guten Start in der Schule.

Im Abschnitt Die Kinder ist noch mal beschrieben, wie sich das Leben in einer altersgemischten Gruppe praktisch gestaltet.

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Die Vorbereitung auf die Schule

Die Vorbereitung auf die Schule beginnt nicht erst ein Jahr vor der Einschulung, sondern bereits, wenn die Kinder in unsere Einrichtung kommen. Im letzten Jahr vor der Schule erleben unsere Schulkids viele gemeinsame Aktivitäten:

  • Verkehrserziehung
  • Forschergarten
  • Englisch-„Unterricht“
  • Schulbesuch und vieles andere


Sie bekommen Hefter, in die sie selbständig ihre Arbeiten einheften. Sie lernen, sich kleine Aufgaben zu merken: z.B. Bringt morgen eure Hefter, Sportsachen oder anderes mit. Erzählt Papa und Mama, was wir gemacht haben. Seht euch am Wochenende die Bäume an…

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Frühförderung


Beim Experimentieren ist handmotorisches Geschick erforderlich und man muss gut abschätzen können.

Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, es hat Stärken und Schwächen. Das ist ganz normal. Es kommt aber vor, dass Kinder trotz guter Bedingungen Auffälligkeiten in ihrer Entwicklung haben. Deren Ursachen müssen geklärt  werden, damit sie zielgerichtet gefördert werden können, um nicht den anderen gegenüber benachteiligt zu sein.
Deshalb  ist es wichtig, dass wir Kinder unter bestimmten Aspekten beobachten und helfen, mögliche Ursachen aufzudecken.

Häufig liegt für Entwicklungsauffälligkeiten eine Wahrnehmungsstörung vor. Kinder, die Probleme haben, ihre Umwelt und sich selbst als Ganzes wahrzunehmen, sind gegenüber anderen benachteiligt. Schwierigkeiten, die im Kindergarten noch gut kompensiert werden können, treten dann in der Schule verstärkt hervor.

Haben Sie deshalb Vertrauen, und lassen Sie uns gemeinsam Wege finden, Ihrem Kind zu helfen.

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